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Änderungen am LIBOR (und anderen IBOR-Zinssätzen)

05/12/2019

Der LIBOR, die London Interbank Offered Rate, wird eingestellt. Wie die meisten Referenzzinssätze für Interbankenkredite (Interbank Offered Rates, IBOR) wird er durch eine andere, zuverlässigere Benchmark ersetzt. Andere IBOR-Zinssätze werden derzeit reformiert.

Was ist der LIBOR?

Der LIBOR ist ein Zinssatz, oder vielmehr eine Gruppe von Zinssätzen, und spiegelt das Zinsniveau wider, zu dem Banken in der Vergangenheit bereit waren, sich untereinander Geld zu leihen. LIBOR-Zinssätze stehen für eine Reihe von standardisierten Laufzeiten zur Verfügung, die von Overnight-Geschäften bis zu zwölf Monaten reichen. Die einzelnen Zinssätze werden auf der Grundlage von Quotierungen berechnet, die eine Gruppe von Banken (die sogenannten Panel-Banken) für eine Reihe wichtiger Währungen zur Verfügung stellen, darunter das britische Pfund, der US-Dollar, der Euro, der Schweizer Franken und der japanische Yen.

LIBOR-Fälligkeiten

Overnight2 Monate
Spot/Next*3 Monate
1 Woche6 Monate
1 Monat12 Monate

* Ein Overnight-Zinssatz für eine Geldleihe vom Spot-Datum (in der Regel 1 oder 2 Tage nach Geschäftsabschluss) bis zum darauffolgenden Geschäftstag.

Quelle: M&G, ICE, September 2019.

Zusammenfassung

Bis Ende 2021 werden die verschiedenen IBOR-Zinssätze durch neue Benchmarks ersetzt. Die Finanzaufsichtsbehörden haben in enger Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen der Branche alternative Referenzzinssätze ermittelt.

In Großbritannien wurde beispielsweise der Sterling Overnight Index Average (SONIA) als Ersatz für den GBP-LIBOR ausgewählt. In den USA wird die Secured Overnight Financing Rate (SOFR) den USD-LIBOR ersetzen.

Zweck und Zeitplan der Änderungen

Die Aufsichtsbehörden wollen weltweit die Transparenz, Messbarkeit und Glaubwürdigkeit der Zinsfestsetzung verbessern. Die entsprechenden Verfahren sollen künftig von den Zentralbanken durchgeführt werden und nach Möglichkeit auf realen Transaktionen basieren.

Auslöser für diese Änderungen war der deutliche Rückgang in der Verwendung von Interbankenkrediten seit der globalen Finanzkrise, der die Zuverlässigkeit einiger LIBOR-Sätze beeinträchtigt hat. Die Panel-Banken stellen nach wie vor Quotierungen für das breite Spektrum der LIBOR-Zinssätze zur Verfügung, doch das Transaktionsvolumen ist gesunken. Zudem leidet die Reputation des LIBOR immer noch unter den Manipulationsskandalen der Vergangenheit, obwohl die Aufsichtsbehörden seine Berechnung inzwischen deutlich strenger überwachen.

Gemäß den Anforderungen der Behörden muss die Ablösung durch die alternativen Referenzzinssätze bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Die Übergangsphase läuft bereits, und die meisten alternativen Benchmarks wurden bereits festgelegt. Daher ist es möglich und sogar wahrscheinlich, dass die alternativen Zinssätze noch vor Ablauf der derzeit geltenden Frist vollständig in Kraft treten werden.

Die lange Vorlaufzeit für die Änderungen soll den betroffenen Parteien genügend Zeit geben, um einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewährleisten und die Auswirkungen für alle Marktteilnehmer auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Im Idealfall werden alle Änderungen transparent erfolgen und für Kreditnehmer, Kreditgeber und Investoren keine oder nur geringe Folgen haben.

Wir wollen diese Informationen regelmäßig aktualisieren, um die aktuellen Entwicklungen in dieser Übergangsphase widerzuspiegeln.

Aktuelle Lösungen

Arbeitsgruppen aus Branchenvertretern haben an den einzelnen Märkten bereits bevorzugte Alternativen für risikofreie Zinssätze ermittelt. Die größte Bedeutung haben dabei folgende Änderungen:

  • Britisches Pfund – Sterling Overnight Index Average (SONIA) ersetzt GBP-LIBOR – Der SONIA existiert bereits seit mehr als 20 Jahren. Er wird am Markt für overnight-indexierte Swaps in GBP verwendet und dient zunehmend als Referenzzinssatz für Kredite.
  • US-Dollar – Secured Overnight Financing Rate (SOFR) ersetzt USD-LIBOR – Der SOFR wird neben dem USD-LIBOR bestehen und diesen schließlich ersetzen. Der SOFR basiert auf Transaktionen am Repo-Markt für US-Treasuries und existiert bereits seit 2014, wird jedoch erst seit April 2018 offiziell veröffentlicht.
  • Euro – Euro Short-Term Rate (€STR oder ESTR) und Euribor – Die Europäische Zentralbank hat angekündigt, dass die ESTR den Euro Overnight Index Average (EONIA) ersetzen wird.
    Der Euribor wird gemäß den derzeitigen Plänen der europäischen Aufsichtsbehörden nicht ersetzt, sondern soll in einer reformierten Variante weiterbestehen. 

Zeitplan

Die Panel-Banken haben sich bereit erklärt, bis zum 31. Dezember 2021 Quotierungen für den LIBOR zur Verfügung zu stellen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Meilensteine bei der Erarbeitung von Lösungen und ihrer schrittweiser Einführung:

April 2018 – Die Bank of England reformiert den SONIA, der allerdings bereits seit 1997 verwendet wurde. Erste offizielle Veröffentlichung des SOFR durch die US Federal Reserve Bank of New York.

13. September 2018 – Die ESTR wird als alternativer risikofreier Zinssatz zur Ablösung des EONIA empfohlen, dessen Ermittlung zum 3. Januar 2022 eingestellt wird.

2. Oktober 2019 – Die ESTR wird erstmals von der EZB veröffentlicht (für am 1. Oktober 2019 abgeschlossene Transaktionen).

Alternative Zinssätze

Aktueller Referenzzinssatz Währung Erwartete Alternative Erster Veröffentlichungstermin (als Alternative) Aufsichtsinstanz für den alternativen Zinssatz Stichtag für die Umstellung Status per Oktober 2019
LIBOR London Inter-Bank Offered Rate GBP SONIA Sterling Overnight Index Average (Unbesichert) 23. April 2018 Bank of England 31. Dez 2021 Neuemission von SONIA-Swaps und -Anleihen sowie begrenzte Kreditemissionen mit versuchsweiser Umstellung von Anleihen*
USD-LIBOR USD London Inter-Bank Offered Rate USD SOFR Secured Overnight Financing Rate (Besichert) 3. April 2018 Federal Reserve Bank of New York 31. Dez 2021 Neuemission von SOFR-Anleihen und -Swaps**
EURIBOR Euro Inter-Bank Offer Rate EUR EURIBOR Undergoing reform – EU regulator say they are happy with the progress and developments so far Staggered reform to finish by end 2019 European Money Markets Institute k. A. Reform underway***
EONIA und EUR-LIBOR Euro Overnight Index Average / Euro London Inter-Bank Offered Rate EUR ESTR Euro Short Term Rate (Unbesichert) 2. Oktober 2019 Europäische Zentralbank 31. Dez 2021 Neuemission von FRN und Derivaten***
CHF-LIBOR London Inter-Bank Offer Rate in CHF CHF SARON Swiss Average Rate Overnight (Besichert) Dezember 2017 SIX Swiss Exchange Ltd 31. Dez 2021 Neuemission von SARON-Anleihen und -Swaps
JPY-LIBOR und TIBOR London Inter-Bank Offered Rate / Tokyo Interbank Offered Rate (TIBOR) in JPY (nur Derivate) JPY TONA Tokyo Overnight Average Rate (Unbesichert) / TIBOR Dezember 2016 Bank of Japan 31. Dez 2021 Begrenzter Swap-Handel
BBSW Bank Bill Swap Rate AUD AONIA Interbank Overnight Cash Rate (Unbesichert) 27. Mai 2019 Reserve Bank of Australia AONIA ergänzt reformierte BBSW AONIA ersetzt möglicherweise die 1-Monats-BBSW, andere Laufzeiten dürften jedoch bestehen bleiben
NIBOR Norwegian Interbank Offered Rate NOK NOWA Norwegian Overnight Weighted Norwegian Overnight Weighted Average (Unbesichert) 1. Jan 2020 Norges Bank 31. Dez 2021 Übernahme des alternativen Zinssatzes durch die Zentralbank steht noch aus
WIBOR Warsaw Interbank Offered Rate PLN WIBOR Reformierter WIBOR Noch festzulegen GPW Benchmark SA k. A. Wird derzeit reformiert
Anmerkungen: CDOR (Canadian IBOR), HIBOR (Hong Kong IBOR), SIBOR (Singapore IBOR) und andere Währungen wurden nicht berücksichtigt, da kein IBOR-Engagement besteht.
*Bezieht sich auf die GBP-Märkte: GBP-LIBOR in SONIA, **Bezieht sich auf die US-Dollar-Märkte: USD-LIBOR in SOFR, ***Bezieht sich auf die Euro-Märkte: Reformierter EURIBOR und EONIA in ESTR

Quelle: M&G. Stand: 15. November 2019

Der Wert der Vermögenswerte des Fonds kann sowohl fallen als auch steigen. Dies führt dazu, dass der Wert Ihrer Anlage steigen und fallen wird, und Sie bekommen möglicherweise weniger zurück, als Sie ursprünglich investiert haben.

Einige häufig gestellte Fragen

Wie könnten sich die Änderungen auf meine Anlagen auswirken?

Als Mitglieder einer Arbeitsgruppe aus Branchenvertretern, die von der Financial Conduct Authority (FCA) und der Bank of England unterstützt wird, setzen wir uns dafür ein, den marktweiten Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten und Best Practices für bestimmte Marktsegmente (z.B. Floating Rate Notes) festzulegen. Gegenwärtig wird erwartet, dass die Auswirkungen auf den Wert Ihrer Anlagen zum Zeitpunkt der Änderungen vernachlässigbar oder sehr gering sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass Umstände eintreten, die zu einer deutlicheren Änderung der Anlagewerte führen.

Falls sich das Anlageziel eines Fonds auf den LIBOR bezieht, muss dieses Ziel geändert werden. Wir werden diese Änderungen im Einklang mit den Best Practices der Branche vornehmen und streben dabei an, die möglichen Folgen für die Verwaltung des Fonds auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Über geplante Änderungen an den Fondszielen werden wir Sie jeweils vor ihrem Inkrafttreten informieren.

Wodurch unterscheiden sich die neuen Zinssätze von den IBOR-Sätzen, die sie ablösen sollen?

Die neuen Zinssätze sind mit den abzulösenden IBOR-Sätzen weitgehend vergleichbar, weisen jedoch einige wichtige Unterschiede auf, die Marktteilnehmer beachten sollten.

  • Transaktionsbasiert statt kursbasiert
    Bisher werden die IBOR-Zinssätze auf der Basis von Kursquotierungen ermittelt, die von einem Panel von Banken zur Verfügung gestellt werden (für jede Währung weist das Panel eine andere Zusammensetzung auf). Für die alternativen risikofreien Zinssätze wird ein transaktionsbasierter Ansatz verwendet.
  • Overnight-Sätze statt Terminsätzen
    Die IBOR-Zinssätze sind zukunftsorientierte Zinsen für bestimmte Zeiträume. Die alternativen risikofreien Zinssätze sind dagegen vergangenheitsorientiert und basieren auf den am Vortag der Veröffentlichung abgeschlossenen Transaktionen. Daher sind neue Mechanismen erforderlich, um die fälligen Zinsen von Anleihen oder Krediten zu ermitteln, die die neuen Zinssätze verwenden.

    Dieser Unterschied stellt für die Branche eine der größten Herausforderungen dar. Mit einem erheblichen Beratungs- und Arbeitsaufwand wird derzeit versucht, dieses Problem zu lösen und beispielsweise SONIA-Sätze für verschiedene Laufzeiten zu definieren.
  • Besichert statt unbesichert
    IBOR-Zinssätze sind unbesichert, was der gängigen Marktpraxis entspricht. Während einige der alternativen risikofreien Zinssätze ebenfalls unbesichert sind, weisen andere eine Besicherung durch bestimmte Vermögenswerte auf. Für besicherte Kredite gelten in der Regel niedrigere Zinssätze als für unbesicherte. 

    Unbesicherte Kredite werden „in gutem Glauben“ vergeben, ohne dass der Kreditnehmer Sicherheiten stellt, um den Kreditgeber vor Verlusten zu schützen. Bei einem besicherten Kredit unterlegt der Kreditnehmer dagegen die aufgenommene Summe durch werthaltige Sicherheiten.

Besteht für mich Handlungsbedarf?

Nein. Wir wollen die Ablösung der LIBOR- und sonstigen IBOR-Zinssätze so gestalten, dass sich für alle unsere Kunden nur minimale Auswirkungen ergeben.

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